Schlechte Nachrichten: Microsoft will seine NRW-Zentrale in den Rheinauhafen verlagern
Ich formuliere es mal diplomatisch: Die Produkte aus dem Hause Microsoft, nicht zuletzt das Betriebssystem "Windows" in seinen verschiedenen Varianten, sind eher umstritten. Bei Technikfreunden ebenso wie bei verzweifelten Computernutzern.
Abstürze, Viren, horrende Preise: kluge Nutzer setzten in punkto Betriebssystem eher auf Alternativen wie Linux oder arbeiten mit Apple-Rechnern. Gleichwohl: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Weswegen Windows zwar nicht das beliebteste, aber das am weitesten verbreitete Betriebssytem ist.
Nun muss ich in der lokalen Boulevard-Zeitung die folgende Überschrift lesen:
Bill Gates für die Südstadt
Microsoft verlegt NRW-Zentrale von Neuss zum Rheinauhafen
In anderen Worten: Microsoft siedelt sich in Köln an. Oberbürgermeister Fritz Schramma ist begeistert: "Wir heißen Microsoft in Köln willkommen!" Microsoft Deutschland-Boss Jürgen Gallmann droht damit, hier "unser starkes Wachstum in Deutschland auch in Zukunft" fortsetzen zu können. Die Boulevardzeitung schwärmt: "Ein Gigant ankert in Köln".
Ein Gigant des Schundes, muss man ergänzen. Wenn man kein kölscher Lokalpatriot ist, dem der Schnauzbart die Augen verhängt. 300 Schundarbeitsplätze sollen nach Köln kommen. Perspektivisch, sofern das Wort "Perspektive" in diesem Zusammenhang angemessen ist.
"Qui hic mixerit aut cacarit, habeat deos superos et inferos iratos!", schreibt die Boulevardzeitung – leider an ganz anderer Stelle.
Lateinlehrer Schramma weiß, was das bedeutet: Wer hier seine Notdurft verrichtet, über den komme der Zorn der Götter. Amen!
PS: Dieser Text ist, wie alle Texte des SPRUSKO-Blogs, auf einem Linux-Rechner erstellt worden. [Nachtrag 11.3.2008: Nun ja, seit einiger Zeit wird das SPRUSKO-Blog von einem iMac aus betrieben]




