Warum wollen die Stromriesen RWE und EnBW eigentlich ausgerechnet ihre ältesten Reaktoren länger laufen lassen, um im Gegenzug Laufzeiten von ihren neueren Reaktoren abzusaugen? Warum beantragen sie eine entsprechende Übetragung von Strommengen von Nicht-mehr-ganz-Neu nach Ur-Alt?
Aus zwei Gründen: Erstens wollen sie die Stilllegung ihrer Altmeiler jetzt verhindern. Und später, bei anderen politischen Mehrheiten, den Atomkompromiss zu kippen. Ergebnis: Alle Meiler blieben am Netz. Zweitens sind die bereits abbezahlten Alt-AKWs besonders profitabel. Sie werfen laut taz einen Gewinn von einer halben bis einer ganzen Million Euro ab. Und zwar tagtäglich. Die Zeitung resümiert:Zwischen dem Gewinnstreben der Stromwirtschaft und dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung besteht ein unüberbrückbarer Interessenskonflikt: Jeder Tag, den ein abgeschriebener Uralt-Atomreaktor länger am Netz bleibt, bringt ... den Bürgern ein steigendes Störfallrisiko.
Mit dem Ortsnamen Brunsbüttel verbinden die meisten von uns wohl die Assoziationskette "Vattenfall, Schrottreaktor, Sicherheitsmängel, abgeschaltet, Manager zurück getreten". Nicht so das Deutsche Atomforum:
Fix sind die Jungs von der Atomlobby nur offline: Plakate mit obigem Motiv, im Rahmen einer Kampagne veröffentlicht, wurden längst überklebt. Im Netz wirbt Brunsbüttel noch immer für Klimaschutz nach Geschmack der Strahlungsfreunde.



