26.8.13

Ein konstruktiver Vorschlag

Ich habe eine Art utopischen Kurzroman zum Thema »Poltisierung des strategischen Konsums« in der sozialistischen Tageszeitung NEUES DEUTSCHLAND veröffentlicht. Das ist sozusagen der Versuch aufzuzeigen, wie wir die dreifachen Misere (soziale, ökologische und konsumale Frage) abmildern könnten, in die uns der Kapitalismus treibt, ohne Letzteren gleich komplett zu überwinden zu müssen. Meine Übergangslösung bis zur großen Umwälzung:


»Fair ist Brauch geworden«

Ein Blick in die Zukunft: Die fairbrauch eG feiert in elf Jahren ihren zehnten Geburtstag
Am 24. Juli 2024, mitten im UNO-Jahr des kollektiven strategischen Konsums, wird sie zehn Jahre alt: die öko-soziale Konsumgenossenschaft fairbrauch. Unser Reporter berichtet schon heute von den Feierlichkeiten in elf Jahren.

Den utopischen Kurzroman lesen: hier

15.6.13

Dieses Blog pausiert baw

Dieses Blog ist mittlerweile sieben Jahre alt. Vieles ist gesagt, die kleine Polemik ebenso geschrieben wie die mittelgroße Analyse. Mitunter wiederholte sich Altbewährtes. Gelegentlich versank ich in Arbeit, so dass wenig Raum fürs Bloggen blieb. Seit einiger Zeit findet hier, teils auch bedingt durch eine zwischenzeitliche Erkrankung, nicht viel statt.

Vieles, was 2006 noch als allzu steile These galt, mir Beschimpfungen einbrachte und Freundschaftsabbrüche, ist in bestimmten Milieus im Kern Konsens. Ich denke nur an die Debatten über Geplante Obsoleszenz und Degrowth, die eine gewisse Schnittmenge mit dem SPRUSKO-Ansatz aufweisen.

Also keine neuen Texte hier? Erst einmal nicht. Das wird sich perspektivisch möglicherweise ändern. Bis dahin empfehle ich Ihnen meine Webseite marcusmeier.de, auf der immer wieder journalistische Arbeiten erscheinen, die auch für Leser des SPRUSKO-Blogs interessant sein dürften. Gelegentlich werde ich auch als @sprusko_blog twittern, in der Spalte links finden sie einen entsprechenden Ticker.

Vielleicht mögen Sie ja auch endlich mal die etwas längeren Texte zum Thema »SPRUSKO-Prinzip« lesen, beginnend hier oder hier oder hier. Einen surferischen Abstecher wert ist auch Stefan Schriddes Webseite »Murks? Nein, danke!«.

Ihr

Marcus Meier

26.11.12

Same procedure as every year

Schon wieder ein Klimagipfel...

Warum der Klimagipfel 2012 »scheitern« wird, erklärte ich bereits 2009 am Beispiel des »Scheiterns« des Klimagipfels 2009. Schlechte Nachrichten? Ja, aber es gibt auch gute. SPON schreibt unter Berufung auf eine Studie des NRW-Umweltministeriums, der Hälfte aller fossilen Kraftwerke in NRW drohe die vorzeitige Stilllegung. 

Die Mengen von Strom aus Wind- und Solarkraftwerken haben so stark zugenommen, dass die Großhandelspreise sinken. Leidtragende sind vor allem alte Steinkohle- und Gaskraftanlagen.  

Laut SPON »nicht sicher zu refinanzieren« sind auch jene beiden neuen Kraftwerksblöcke in Niederaußem, die noch Mitte August als »größtes Braunkohlekraftwerk der Welt« und mit viel politischer Prominenz eingeweiht wurden.

Schadenfreude ist unangebracht: Die entstehenden Kosten wird Bauherr RWE sozialisieren: Entweder zahlen die Aktionäre (unwahrscheinlich!) oder aber die Stromkunden oder der Steuerzahler. Stückchen für Stückchen stärker wird derweil die deutsche Anti-Kohle-Bewegung, die RWE und das Rheinische Braunkohlerevier im Visier haben. 

Und die sinkenden Großhandelspreise? Natürlich werden die Kostenvorteile nicht an die Kunden weitergeben, wenn wir beispieslweise dem Finanzanysten Dirk Morbitzer folgen.

2.11.12

Prophetie, nicht Ironie...

Einige ironische (und hoffentlich nicht schooooon wieder prophetische) Anmerkungen zum iPad mini

»Welcher menschenfreundliche Konzern schließt eigentlich eeeendlich die klaffende Lücke zwischen Smartphone und Tablet-Computer? Immerhin wären Situationen konstruierbar, in dem Ersteres zu klein, Letzterer aber zu groß ist!«, schrieb ich Ende Oktober 2010. Und hielt für Ironie, was sich als bloße Prophetie erweisen sollte. 

Prophetie? In diesen Tagen bewirbt Apple sein iPad mini mit der schlichten Kaufanweisung: »Es ist da.« Womit die vom mir skizzierte »Lücke« tatsächlich geschlossen wäre. Derweil stellen Google/Samsung und Microsoft neue Tablet-Modelle vor, die nicht ganz so mini sind. Und worum ging es in meinem Text? Darum:


Immer mehr Elektrospielzeug. Immer mehr Produkte von ungeheurem Nutzen – wie konnte die Menschheit nur Jahrtausende lang darbend ohne sie überleben? Immer mehr geniale Innovationen, immer kürzere Produktzyklen, immer Neues. Neues! Neues. Gigatonne um Gigatonne. Dazu: Der bewusste Verzicht auf »Überqualität« und überlange Lebensdauer, die uns ja doch nur den Spaß am nächsten Neukauf verderben würden. Bittschön, keine Frage nach dem Sinn des rasanten Träumlein-wechsel-Dich-Spiels, in dem das Musst-Du-Haben-Produkt von heute zugleich der Elektroschott von morgen ist, weil dann das brandneue, selbstredend revolutionär andere Musst-Du-Haben-Produkt gekauft werden will.

Sodann ging es um bereits bestehende (Metalle der Seltenen Erden!) und künftige Rohstoffengpässe, an denen selbstverständlich nicht ein völlig irrationales WIrtschaftssystem, sondern der Chinese schuld sein soll. 

Übrigens ist jetzt eine neue Lücke zu konstatieren: Zwischen dem iPhone mit seinem Vier-Zoll-Display und dem iPad mini (7,9 Zoll). Meine Prognose: Das iPhone maxi wird knapp sechs Zoll groß sein.

25.10.12

Akkus: Geplante Obsoleszenz!

Nach dem Posting vor ein paar Tagen habe ich dem Akkuskandal und dessen Entdecker Stefan Schridde nun auch meine dieswöchige »Linke und Technik«-Kolumne gewidmet:

»Akku kaputt, Gerät Schrott«

Nicht austauschbare Akkus in Elektrogeräten – für den Murks-Kritiker Stefan Schridde sind sie ein Skandal

Fest eingebaute Akkus seien ein klarer Beleg für geplante Obsoleszenz, für ein vorgeplantes Verfallsdatum von Elektrogeräten, ärgert sich Stefan Schridde. Denn das Gerät könne dann nur so lange genutzt werden, wie der Akku heile bleibe. Der Berliner Betriebswirt listet über 100 Elektrogeräte auf, bei denen das der Fall ist.

21.10.12

Keine Wertarbeit – nirgends (678)

Stefan Schridde (Betreiber des diesem Blog ein Stück weit verwandten Blogs »Murks? Nein Danke!«) hat sich des Themas nicht austauschbarer Akkus angenommen. Dem Motto »Akku kaputt, Gerät kaputt« gehorchen mindestens jene über 100 Geräte, die Schridde auflistet. Und er schreibt:
Festeingebaute Akkus begrenzen die Nutzungszeit eines Produktes offentsichtlich auf die Nutzungsdauer des festverbauten Akkus und dies ohne Not oder spezifische Anforderung. Technische, konstruktive und sicherheitsrelevante Gründe lassen sich dafür nicht darlegen. Diese Vorgehensweise der Hersteller ist ein klarer Beleg für geplante Obsoleszenz und betrifft mittlerweile mehr als 100 Produkte unterschiedlicher Produktgruppen.

Sony, Samsung, Braun, Apple, Philips, TomTom, Garmin – all diese Firmennamen tauchen in der Liste auf. Stefan Schridde:

Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten, deren Akkus während der Nutzung nicht problemlos und kostenfrei entnommen werden können, verletzen geltendes Recht. Die Produkte durften und dürfen nicht in Verkehr gebracht werden. Verbraucher und Umwelt werden erheblich geschädigt. Politik, Hersteller und Behörden bleiben untätigt.

Keine Wertarbeit – nirgends (677)

SPON schreibt über den »Technikvisionär« Kane Kramer, der 1979 ein Patent auf einen digitalen Musikabspieler (den Urahnen des iPod) anmeldete, aber damit erst Geld verdiente, als er Jahrzehnte später zugunsten von Apple vor Gericht aussagte. Teil des Deals war auch ein iPod – doch der hielt, oh Wunder, nicht lange:

Der Hintergrund war eine Klage wegen Urheberrechtsverletzungen, die eine Firma namens Burst.com gegen Apple wegen des iPods, wegen iTunes und des Programms Quicktime angestrengt hatte. Kramer sollte zugunsten von Apple aussagen, weil ein einmal angemeldetes und ausgelaufenes Patent nicht verletzt werden kann. Kramer tat, worum er gebeten wurde, und Apple konnte den Prozess abwenden. Abgefunden wurde der Erfinder mit einer Beratungsgebühr in unbekannter Höhe – und einem iPod: »Er ging aber schon nach acht Monaten kaputt«, erinnert sich Kramer.